Du möchtest mehr über die Altstadt von Magdeburg erfahren, die besonderen Orte der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts kennenlernen oder den Stadtteil besuchen? Hier findest Du einen kompakten Überblick mit interessanten Informationen über die Altstadt Magdeburgs und einen Link, um den Ort in der virtuellen Welt zu erleben.

Magdeburg Altstadt

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Geografische Lage

Magdeburg AltstadtDie Altstadt bildet das Zentrum der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt. Westlich des Elbufers reicht das Areal bis an die Bahn und die alten Festungsanlagen. Im Norden bildet die Walther-Rathenau-Straße die Grenze und im Süden verläuft das Gebiet bis zur Erich-Weinert-Straße sowie der Steuben-Allee. In einer groben Nord-Süd-Teilung, durchzogen von der zentralen Straße „Breiter Weg“, umfasst die Fläche rund 3,8 Quadratkilometer. Die Jerusalembrücke im Norden und die Sternbrücke im Süden säumen das Gebiet am Lauf der Elbe.

Historische Merkmale

Im Jahr 968 begründete Otto der Große das Magdeburger Erzbistum. In kurzer Zeit entwickelte sich der Ort zum zentralen Handelspunkt der Region. Die bereits im frühen Mittelalter entstandenen Heerstraßen führten ostwärts nach Brandenburg oder in Richtung Norden nach Lüneburg, was die Verbindung zur Hanse schuf. Die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sorgten für stetiges Wachstum. Das Magdeburger Zentrum war die Anlaufstelle für Kaufleute, vereinte das politische Geschick und war Hort des geistlichen Beistands. Ende des 13. Jahrhunderts war der Beitritt zum Bund der Hanse eine folgerichtige Entscheidung der wirtschaftlichen Strategie. Ein erster Konflikt zwischen dem Erzbischof und den liberal eingestellten Stadtvorderen ereignete sich um das Jahr 1430. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die erzbischöfliche Residenz nach Halle verlegt. Rund 20 Jahre später predigte Luther des Öfteren in der Ottostadt und die Reformation hielt Einzug in allen Kirchen. Lediglich der Dom bewahrte den katholischen Glauben, schloss allerdings nach dem Tod des Erzbischofs im Jahr 1545 für zwei Jahrzehnte seine Türen.

Als Mitglied des Schmalkaldischen Bundes war das Magdeburger Zentrum ein führender Ort gegen die Rekatholisierung. Im Dreißigjährigen Krieg beendeten die Truppen der Katholischen Liga unter dem Feldherren Tilly diesen Widerstand und eroberten das alte Zentrum der heutigen Landeshauptstadt. 1680 fiel der Ort unter die Herrschaft Brandenburgs. Enorme Bauten wurden errichtet, um den Magdeburger Stadtkern zur stärksten Festung Preußens werden zu lassen. Die brandenburgischen Kurfürsten zeigten sich besonders in Glaubensfragen tolerant und so gelangten auch verfolgte französische Hugenotten in die Elbestadt. Andere Vertriebene folgten. Nach der kurzen Annexion durch die französischen Truppen Napoleons, fiel das Magdeburger Gebiet 1814 wieder zurück an Preußen und wurde zwei Jahre später zur Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen erhoben. Industrialisierung und die Anfang des 20. Jahrhunderts in den umliegenden Stadtgebieten erbauten neuen Wohnviertel hatten auf das städtische Zentrum nur wenig Auswirkung. Erst die Luftangriffe der alliierten Bomber sorgten dafür, dass nahezu 90 Prozent der Altstadt beschädigt oder gänzlich zerstört wurden. In der Nachkriegszeit unter der anschließenden Epoche des DDR-Sozialismus ersetzten viele klassische Sowjet- und Plattenbauten die einstige Barockarchitektur.

Demografische Veränderung

Im Wandel durch die vielfältigen historischen Veränderungen entwickelte sich der zentrale Stadtteil zunächst vom Handelspunkt zur Festungsanlage. Die spätere Stellung Magdeburgs als Industriestadt veränderte zunächst nur wenig im innerstädtischen Kern, doch war ausschlaggebend für eine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit einhergehenden Wohlstand. So wuchs der Breite Weg zu einer der größten Flanier- und Einkaufsstraßen ganz Europas. Von der Epoche der DDR über die Zeitenwende der deutschen Wiedervereinigung bis zum hauptstädtischen Regierungssitz des Landes Sachsen-Anhalt hat der demografische Wandel viel Spuren hinterlassen. Heute leben im Stadtteil rund 16.300 Menschen mit einem Altersdurchschnitt von 46,3 Jahren.

Beliebte Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt von Magdeburg ist das touristische Zentrum der Landeshauptstadt. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist lang und bei einer Erkundungstour sind die angebotenen Stadtführungen oder Rundgänge empfehlenswert. An zentraler Stelle liegt der Alte Markt, seit dem 12. Jahrhundert Schauplatz von geschäftigem Treiben. Der Platz mit dem beeindruckenden Rathaus aus dem Jahr 1691, dem Eulenspiegelbrunnen, dem Roland und dem Magdeburger Reiter, einem Standbild aus dem 13. Jahrhundert, ist eines der absoluten Sightseeing-Highlights der Landeshauptstadt. Dem Breiten Weg nach Süden folgend gelangen die Besucher zur „Grünen Zitadelle“. Das vom berühmten Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfene Gebäude ist erst im Jahr 2005 endgültig fertiggestellt worden und ist ein Ort der Kultur, Kunst und Begegnung. Gleich um die Ecke befindet sich der Domplatz. Der historische Ort mit dem Sitz des sachsen-anhaltinischen Landtags und dem angrenzenden Sterntor ist einer der touristischen Anlaufstellen. Über allem thront der mächtige Magdeburger Dom.

Das städtische Wahrzeichen wurde ab dem Jahr 1207 errichtet und 1363 geweiht. Als eine der ersten gotischen Kathedralen Deutschlands ist der Dom Grabstätte Ottos des Großen. Der südliche Turm ragt über 99 Meter hoch in den Himmel und der 81,5 Meter hohe Nordturm kann über mehr als 400 Stufen zu einer Aussichtsplattform bestiegen werden. Direkt gegenüber des gewaltigen Sakralbaus liegt das Dommuseum Ottonianum. Richtung Elbe, am Schleinufer, steht der mittelalterliche Turm Bastion Cleve, ein Relikt der ehemaligen Festungsanlagen und etwas südlicher liegt das Palais am Fürstenwall sowie die Staatskanzlei. Mit der Kirche St. Johannis, Sankt-Augustini, Sankt-Petri und der Kathedrale Sankt-Sebastian, der Hauptkirche des Magdeburger Bistums, befinden sich vier weitere wichtige Sakralbauten auf dem Stadtteilgebiet. Der Tatarenturm an der Möllenvogtei ist ein Wehrturm der ehemaligen Stadtbefestigung und die Klosteranlage „Unser Lieben Frauen“ zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken ganz Deutschlands. Beim klostereigenen Kunstmuseum lohnt ein Gang durch den Skulpturenpark. An der Leiterstraße können Besucher den Faunenbrunnen bestaunen. Der große Bronzekessel mit etlichen Figuren wird auch als Teufelsbrunnen bezeichnet und wurde im Jahr 1986 fertiggestellt.

Feste, Events & Leben

Die Altstadt von Magdeburg ist Austragungsort etlicher Feste und Veranstaltungen. Der alljährliche Weihnachtsmarkt am Alten Markt, die zauberhafte Lichterwelt zur Winterzeit oder Open-Air Konzerte auf dem Domplatz zur Sommerzeit sind nur ein paar von vielen beliebten Highlights im Stadtzentrum der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Die zahlreichen Museumsausstellungen, Theateraufführungen und andere Events sind Ausdruck einer vielfältigen Kunst- und Kulturszene inmitten der Stadt. Als touristischer Hotspot ist der Stadtteil voller Leben, zeigt etliche Aspekte einer pulsierenden Metropole und bietet eine hervorragende Infrastruktur. Ob beim Bummeln entlang des Elbufers oder auf den Plätzen und Straßen, überall finden die Besucher interessante Facetten. Es gibt zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés oder Möglichkeiten zum Shoppen. Verschiedene Parkanlagen und Grünflächen sorgen für Entspannung. 

Der Stadtkern ist seit 1.000 Jahren das Zentrum kulturellen Lebens in Magdeburg und heute reich an einer einzigartigen Kulturgeschichte. Mit einem sehr guten Informationsservice und vielen Übernachtungsmöglichkeiten bietet die Altstadt Besuchern und Touristen ein großes Repertoire aus bewegender Geschichte, beliebten Sehenswürdigkeiten und besonderen Ausflugszielen.

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