Der Salbker Wasserturm ist ein stillgelegter Wasserturm und eines der Wahrzeichen des namensgebenden Magdeburger Stadtteils Salbke. Vom Turm haben Besucher einen einmaligen Ausblick auf die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Auf dem knapp 36 Meter hohen Wasserturm reicht der Blick Richtung Norden über die Salbker Seen und den benachbarten Stadtteil Fermersleben bis in die Altstadt von Magdeburg. In Richtung Osten führt der Blick aus den Fenstern des Salbker Wasserturms über die Elbe hinweg auf das Naturschutzgebiet von Kreuzhorst und weiter im Süden erstreckt sich das Stadtgebiet von Westerhüsen.

Das Gelände des restaurierten Wasserturms in Alt-Salbke beherbergt neben dem Turm selbst auch zwei Pumpenhäuser. Die Atelier- und Galerieräume befinden sich in den sanierten Pumpenhäusern und sind für Besucher ein beliebter Veranstaltungsort für Ausstellungen, Konzerte, Konferenzen, Tagungen, Präsentationen, Messen und vieles mehr.

Der Salbker Wasserturm wurde 1893–1894 im Auftrag der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin zur Wasserversorgung für die in der Nähe geplante, 1895 eröffnete Königliche Eisenbahnhauptwerkstatt Salbke gebaut. Die Pläne stammten von Behrendt, einem Mitarbeiter der Eisenbahndirektion. Bis zur Oberkante des Hauptgesimses hat der Turm eine Höhe von 35,62 Metern. Die Drempelhöhe beträgt 8,25 Meter.

Geschichte

Der Turm war über Jahrzehnte ungenutzt und verfiel mit der Zeit. Es gab dann Pläne, den Turm zu sanieren und einer Nachnutzung zuzuführen. Anfang Dezember 2010 wurde das Gelände zu einem symbolischen Betrag an die Stadt Magdeburg veräußert, die eine Sanierung einleitete. Ende 2012 war das Pumpenhaus fertiggestellt. Die Eröffnung des als Künstlerwerkstatt genutzten Gebäudes erfolgte mit einem Adventsgrillen am 8. Dezember 2012. Im Laufe des Jahres 2012 erhielt der Turm bereits ein neues Dach. Es wurden vier Reihen mit aufklappbaren Fenstern eingefügt, sodass der Turm als Aussichtsturm nutzbar ist. Die Eröffnung des Turms erfolgte dann am 29. August 2013. Oberbürgermeister Lutz Trümper, Staatssekretär Klaus Klang sowie eine Vertreterin des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und ein Vertreter des den Turm betreibenden Vereins H2O sprachen Grußworte.

Turmpark

Um den Turm herum entstand die Parkanlage Turmpark. Zur Straße hin befand sich mit der Gaststätte Turmpark zeitweise ein Ausflugslokal, das später als Kantine genutzt wurde. Auch ein Kino wurde betrieben. In einem Gebäude in der Nähe des Turms befand sich auch die Werkschule des Reichsbahnausbesserungswerks für den theoretischen Teil der Lehrlingsausbildung.

Nachdem der Turm seine ursprüngliche Bedeutung für die Wasserversorgung des Werks verloren hatte, wurden zu seinem Fuße befindliche Becken als Freibad ausgebaut. 1945/46 wurde eines der Absetzbecken mit dem Bauschutt im Zweiten Weltkrieg zerstörter Gebäude verfüllt. Dieser Bereich diente dann als Liegewiese. Das zweite Becken wurde als Schwimmbecken genutzt. 1959 wurde die Anlage der Stadt Magdeburg übergeben. Durch das Nationale Aufbauwerk wurde dann das Schwimmbad von 1959 bis 1962 ausgebaut. Man entfernte wieder den Schutt aus dem verfüllten Absetzbecken und fasste beide Becken zu einem großen Schwimmbecken zusammen. Darüber hinaus entstanden Umkleideräume und Liegewiesen. Frostschäden setzten dem Bad bis Anfang der 1980er Jahre stark zu, notwendige Unterhaltungsmaßnahmen unterblieben. Nach der Eröffnung des Freibades am Salbker See I wurde das Freibad im Turmpark dann letztlich aufgegeben.

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