Die Johanniskirche (St. Johannis Kirche) im Zentrum Magdeburgs, unweit der Elbe, ist die älteste Kaufmannkirche Deutschlands mit 1.000 Jahren Kulturgeschichte. In der Johanniskirche predigte bereits Martin Luther im Jahr 1524. Ihm zu Ehren wurde 1886 das Luther Denkmal vor der Johanniskirche errichtet. Das Martin-Luther-Denkmal, seit 1995 samt Sockel wieder aufgestellt, erinnert an das Wirken des Reformators. Angeblich trat die gesamte Magdeburger Altstadt nach Luthers Predigt im Jahre 1524 geschlossen zum Protestantismus über.

Die Johanniskirche ist ein extremes Beispiel für den Wandel der Zeiten. Im Jahr 936-941 erstmals erbaut, fiel sie bis heute insgesamt vier Zerstörungen zum Opfer. Zuletzt erlitt sie schwere Schäden bei den alliierten Luftangriffen 1944/1945 und blieb nach dem Zweiten Weltkrieg als Ruine mit Außenmauern und Turmresten stehen. In der DDR gab es viele Versuche, die Kirche zumindest in Teilen wieder aufzubauen. Der Durchbruch gelang allerdings erst nach der Wende und fand im Jahr 2018 seinen Abschluss durch die raffinierte Ausstattung von rund 310 m² Fensterfläche unter anderem durch den renommierten Künstler Max Uhlig.

Die Johanniskirche ist heute ein Veranstaltungsort mit langer Historie, in dem Alt und Neu in eine besondere Symbiose treten. Heute wird das Kirchengebäude zudem für Events, Tagungen und Ausstellungen genutzt. Der Turm kann bestiegen werden, 277 Treppenstufen verlangen allerdings etwas Kondition. Alternativ erreicht man die Aussichtsplattform heute aber auch mit einem Lift.

Die Sankt-Johannis-Kirche – älteste Kaufmannkirche Deutschlands – ist ein ehemaliges Kirchengebäude in der Altstadt Magdeburgs. In unmittelbarer Nähe zum Alten Rathaus, dem Alten Markt und zur Elbe gelegen, wird sie seit 1999 als Festsaal, Konzerthalle, Tagungs- und Ausstellungsort genutzt.

Geschichte

Bau und erste Zerstörung 1207

Das genaue Datum der Grundsteinlegung ist nicht bekannt. Dagegen ist überliefert, dass 936–941 eine erste Pfarrkirche in diesem Bereich errichtet wurde. Erstmals erwähnt wurde sie am 23. April 941: König Otto I. schenkte den Mönchen des von ihm gestifteten Moritzklosters eine als plebeiam ecclesiam (Volkskirche) bezeichnete Kirche. Es gibt keine Darstellungen oder Beschreibungen dieses Bauwerks. Mit einer Urkunde vom 29. Juli 946 bestätigte der König nochmals die Schenkung einer popularem ecclesiam. Thietmar von Merseburg erwähnte die Kirche 1015 als Kaufmannskirche, aecclesia mercatorum. Historiker vermuten, dass unter Erzbischof Hartwig 1082 eine neue Kirche an der bisherigen Stelle errichtet wurde.

Abt Arnold erwähnte die Kirche als Sankt Johannis erstmals 1160 in einer Urkunde Albrechts des Bären. Im Jahr 1170 übereignete Erzbischof Wichmann die Kirche dem Stift Unser Lieben Frauen. Hier heißt das Gotteshaus ecclesiam forensem in Magdeborg in honore beati Johannis evangelistae consecratam (Marktkirche zu Magdeburg, zu ehren von Johannes dem Evangelisten geweiht).

Nachdem das Kirchengebäude bei einem Stadtbrand im Jahr 1188 bereits beschädigt worden war, brannte sie bei einem neuerlichen Stadtbrand 1207 nieder.

Wiederaufbau und zweite Zerstörung 1451

Bereits kurz nach dem vernichtenden Brand begann der Wiederaufbau: zunächst entstand der Unterbau der Turmgeschosse, die 1213 fertiggestellt wurden. Bis 1218 wurden die oberen Turmgeschosse errichtet, bis 12