Der Domfelsen ist eine Gesteinsformation zu Fuße des Magdeburger Doms. Östlich des Fürstenwalls, bei Stromkilometer 325.8, ragt der Domfelsen in den Lauf der Elbe und bildet eine von drei Engstellen des Flusses im Magdeburger Stadtgebiet.

Geschichte

Der Domfelsen besteht vor allem aus Sandstein, zu einem geringeren Teil auch aus Schluffstein. Das Gestein des Domfelsens stammt aus der Zeit des Unteren Perm (vor 250-300 Millionen Jahren. Da dieses taube Gestein im Liegenden des Kupferschiefers zu finden war, wurde es ursprünglich als „rotes totes Liegendes“ (Rotliegend) bezeichnet. Das Festgesteinsvorkommen kann als Fortsetzung des Flechtinger Höhenzuges und als ein Teil der Flechtingen-Roßlauer Scholle gesehen werden, der im Magdeburger Stadtgebiet meist von geringmächtigen quartären Ablagerungen überdeckt ist.

Der Domfelsen ist großenteils ein nur sporadisch während seines Trockenfallens von Pflanzen zu besiedelndes Habitat, bei dem sich Episoden der Primärbesiedelung durch Ruderalpflanzen gelegentlich wiederholen. Gehölze und mehrjährige krautige Pflanzen haben sich in Ufernähe angesiedelt. Die Vegetation kann sich vor allem in Mulden und Vertiefungen der Sandsteinplatte etablieren. Stromwärts finden sich Röhrichte. Typisch sind kurzlebige Zweizahn-Uferfluren und Flutrasen. Das Vorkommen verwilderter Nutzpflanzen wird auf den Eintrag von Samen aus Abwässern und Abfällen zurückgeführt, das Auftreten von Gehölzsämlingen wird stark von der Zusammensetzung des Uferbewuchses bestimmt.

Bedeutung des Domfelsens

Von besonderer Bedeutung ist der Felsen für die Flussschifffahrt auf der Elbe und wohl auch für das Ökosystem des Flusses. Sein Sichtbarwerden zeigt Niedrigwasser und schlechte Bedingungen für die Schifffahrt an, so dass er historisch auch als Hungerfelsen bezeichnet wurde.

Durch Verkürzungen des Flusslaufs seit dem 17. Jahrhundert haben sich Sohlengefälle und Fließgeschwindigkeit der Elbe erhöht, und in der Folge wurden durch rückschreitende Erosion die felsigen Bereiche im Magdeburger Stadtgebiet für die Schifffahrt hinderlicher. Der bei Niedrigwasser am Westufer unterhalb des Doms deutlich aus dem Wasser herausragende Felsen beeinflusst die örtlichen Strömungsverhältnisse. Die Strömungsgeschwindigkeit der Elbe ist hier aufgrund der Einengung deutlich erhöht. Die Fahrrinnenbreite beträgt hier statt der sonst geforderten 50 m nur 35 m. Schiffe können auch bei höheren Wasserständen nur dicht am östlichen Ufer passieren. Für die Berufsschifffahrt ist das Begegnen an dieser Stelle nicht erlaubt, die Verkehrsregelung erfolgt durch eine ferngesteuerte Ampelanlage. Schwach motorisierte Frachtschiffe werden in diesem Bereich beim Stromauffahren durch Schlepper unterstützt.

Geschichtlich hat der Felsen Bedeutung, da vermutet wird, dass sich in seiner Nähe eine Furt durch die Elbe gebildet hatte, die letztlich die Ursache zur Ansiedlung der Stadt Magdeburg an ihrem heutigen Standort gewesen sein könnte. Der felsige Untergrund an dieser Stelle begünstigte den Bau eines karolingischen Grenzkastells. Die Vermutung, dass auch der Magdeburger Dom auf dem Felsen errichtet wurde, hat sich nicht bestätigt.

Der Domfelsen ist bei Niedrigwasser vom Westufer aus betretbar. Eine im Sommer 2007 errichtete breite Treppenanlage verbessert die Zugangsmöglichkeit zum Felsen erheblich. Landseitig erheben sich die Reste des südlichen Eisenbahnfestungstores über den Domfelsen.

Pläne zur Beseitigung des Domfelsens

Seitens der für die Schifffahrt zuständigen Behörden gab es immer wieder Vorstöße, den Felsen aus dem Fluss zu entfernen oder zu verkleinern, um so die Bedingungen für die Schifffahrt zu verbessern. Eine Bürgerinitiative Pro Elbe wendet sich gegen solche Bestrebungen, von denen nach dem Hochwasser 2002 vorerst wieder Abstand genommen worden war. Neben befürchteten Einflüssen auf die Wasserstände in den Elbauen, insbesondere flussaufwärts, kritisieren die Gegner einer Beseitigung des Felsens dies als Einstieg in den ökologisch umstrittenen und bisher nicht beschlossenen Ausbau der Saale.

Befürchtungen, dass Arbeiten am Domfelsen die Standsicherheit des Magdeburger Doms beeinträchtigen könnten, haben sich bei vergangenen Arbeiten nicht bestätigt. Hinzu kommt, das der Domfelsen zu Fuße der Elbtreppen heute von den Bürgern und Besuchern Magdeburgs als beliebtes Ausflugsziel und Kulturgut betrachtet wird.

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