Die Magdalenenkapelle ist eine im 14. Jahrhundert erbaute Fronleichnamskapelle und befindet sich am alten Fischereiufer der Magdeburger Altstadt. Die Kapelle ist der Heiligen Maria Magdalena geweiht und Teil der Straße der Romanik. An der Stadtmauer, etwas unterhalb der Magdalenenkapelle, finden sich zudem die Magdeburger Originale des Bildhauers Eberhard Roßdeutscher, welche sechs Magdeburger und ihre kauzigen Eigenheiten um 1900 illustrieren.

Geschichte

Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahre 1315. Der Bau dieser Fronleichnamskapelle diente der Sühne einer an dieser Stelle weggeworfenen und somit entweihten Hostie. Im Jahre 1385 wurde das Patronat über die Kapelle von Papst Urban VI. dem direkt benachbarten Kloster Mariae Magdalenae übertragen, woher der Name Magdalenenkapelle rührt.

Bei der Erstürmung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg durch kaiserliche Truppen am 10. Mai 1631 wurde auch die Kapelle stark zerstört. Erst im Jahr 1711 begann der Wiederaufbau. Die Kapelle erhielt hierbei ein Mansarddach mit Dachreiter. Am 5. August 1715 erfolgte die neue Weihe.

In den Jahren 1846/1847 wurde die Kapelle restauriert und das Kreuzrippengewölbe ergänzt. Das bereits seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr als Kloster genutzte benachbarte Magdalenenkloster wurde 1848 abgerissen. 1857 folgten die Sanierung des Turms der Kapelle und der Einbau einer Orgelempore.

1929 bis 1930 fand eine weitere Restaurierung statt, bei der die Kapelle eine Ausmalung durch den Magdeburger Maler Johannes Sass erhielt.

Die schweren Zerstörungen Magdeburgs während des Zweiten Weltkriegs trafen auch die Magdalenenkapelle, deren Dach vollständig zerstört wurde. Das Kapellengewölbe blieb jedoch intakt.

Im Jahr 1966 erfolgte der Wiederaufbau der Kapelle. Sie erhielt ein steiles Satteldach und einen diesmal spitzhelmigen Dachreiter. Damit wurde die ursprüngliche gotische Dachgestaltung wieder aufgenommen, die im 18. Jahrhundert aufgegeben worden war.

1968 wurde die Kapelle wieder einem religiösen Zweck zur Verfügung gestellt. Die Stadt Magdeburg blieb zwar Eigentümer des Gebäudes, die Nutzung erfolgte durch die evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche. Diese hatte den Wiederaufbau mitfinanziert und erhielt daher die Kapelle für 30 Jahre kostenfrei zur Nutzung.

Es zeigten sich jedoch bald Probleme an der Gebäudesubstanz. Bereits 1972 wurden die Fußboden- und Wandheizung durch aufsteigende Nässe beschädigt. Der sich ständig verschlimmernde Zustand führte dazu, dass die altlutherische Gemeinde 1984 die Kapelle wieder verließ.

Es erfolgte eine erneute Restaurierung. 1988 wurde die Kapelle als Gedenkstätte für den in Magdeburg verstorbenen Franzosen Lazare Carnot wieder der Öffentlichkeit übergeben. Diese Form der Nutzung dauerte jedoch nur bis 1989 an. Es erfolgte die erneute Schließung. Im Jahr 1991 wurde die Kapelle an das katholische Hilfswerk Subsidaris übergeben, welches die Kapelle bis heute nutzt.

Es ist geplant, neben der Kapelle ein neues Prämonstratenserkloster zu errichten. Dieses soll zusammen mit der Universitäts- und Klosterkirche Sankt Petri, dem Gemeindehaus und der Magdalenenkapelle einen umfassenden Atrium-Komplex bilden.

Architektur

Die gotische Kapelle ist aus Bruchsteinen gemauert. An den Gebäudekanten wurden Sandsteinquader verwendet. Die Kirche besteht aus einem quadratischen Joch mit einem 5/8-Polygon. Das Gebäude verfügt über keine Strebepfeiler, getragen wird der Bau von dicken Außenmauern und einem Tonnengewölbe in der Unterkirche. Links neben dem westlich gelegenen Eingang befindet sich ein kleiner Treppenturm. Es wird vermutet, dass dieser ursprünglich den Zugang vom Klostergarten des benachbarten Klosters Mariae Magdalenae zur Kapelle ermöglichte.

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