Die Sankt-Stephanus-Kirche ist eine evangelische Kirche im Magdeburger Stadtteil Westerhüsen. Das denkmalgeschützte Bauwerk am Ufer der Elbe hat eine bis in die Zeit der Romanik zurückreichende Geschichte.

Der erhalten gebliebene Westquerturm verfügt über eine achtkantige barocke zwiebelförmige Haube und rundbogige Schallöffnungen. Bis zum Gesims beträgt die Höhe des Turms 13,5 Meter, bis zum Stern auf der Wetterfahne 28 Meter. Das Erdgeschoss des Turms wird von einer Halle mit spitzem Tonnengewölbe eingenommen, die aus dem 13. Jahrhundert stammen dürfte.

Im Inneren des Turms befindet sich ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes, eine Kreuzigungsszene darstellendes Sandsteinrelief. Über Christus sind Sonne und Mond abgebildet. Neben der knienden Figur des Stifters befinden sich mehrere Heilige, darunter auch der Heilige Stephanus. Das Relief befand sich ursprünglich, auch nach Umbauten des Jahres 1713 an der der Elbe zugewandten Außenseite des Schiffs. Das in der Mittelachse befestigte Relief wurde von vorbeifahrenden Schiffern und Treidlern gegrüßt. 1940 wurde es in den Turmraum umgesetzt, wo es die Zerstörung des Kirchenschiffs überstand.

Im Gewölbe des Turms steht ein allerdings beschädigter romanischer Taufstein. Dieser dürfte aus der Zeit nach 1200 stammen und zeigt sehr altertümliche Ornamente. Die Außenfläche ist mit zwei Reihen tief eingearbeiteter, rechteckiger, nach oben mit einem Rundbogen abschließender Felder verziert. Obere und untere Reihe sind versetzt zueinander angebracht. Der äußere Durchmesser beträgt 92 cm, der innere Durchmesser 76 cm. Die äußere Höhe beträgt 60 cm, im Inneren misst er 44 cm. Sein ursprünglicher Fuß ist nicht erhalten. Der Innenraum des Steins stellt eine verhältnismäßig große Halbkugel dar, die ausreichend Wasser fasst, um ein Kind bei der Taufe vollständig unterzutauchen. Bis 1713 dürfte er im Turmgewölbe gestanden haben, danach diente er in der Ecke zwischen Turm und Vorhalle zum Auffangen von Regenwasser. 1912 wurde er von Pfarrer Gerhard Wangemann in dieser Ecke entdeckt und auf seine Veranlassung hin ausgegraben. Der von Wurzeln gespaltene Stein wurde wieder zusammengefügt und zunächst in der Vorhalle auf einem Backsteinsockel aufgestellt. Dort wurde er bei der Zerstörung der Kirche beschädigt.

Vorhanden ist auch die 550 kg schwere bronzene Christkönigsglocke aus dem Jahr 1523. Laut ihrer Inschrift clawes backmester von magde borch wurde sie vom Magdeburger Glockengießer Claus Backmester gegossen.

Das Gelände der Kirche ist heute in Teilen als Garten gestaltet. Die Kirche gehört zu den Offenen Kirchen, so dass das Gelände regelmäßig zugänglich ist. Bemerkenswert ist die massive östliche Kirchhofmauer, die als Futtermauer das mehrere Meter oberhalb der Elbe liegende Gebiet des Kirchhofs gegen die tiefer liegenden und auch regelmäßig überschwemmten Bereiche am Fluss abschirmt. Die Kirchhofmauer zeigt eine Ausbuchtung die parallel zur ursprünglich einmal bestehenden Apsis verlief. Während die Apsis jedoch seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr vorhanden ist, hat sich die Ausbuchtung erhalten. An den Resten der östlichen Mauer der Vorhalle ist ein an den von 1875 bis 1886 an der Kirche tätigen Pfarrer August Matthisson erinnerndes Kreuz angebracht.

Geschichte

Die Kirche wurde möglicherweise bereits zum Ende des 8. Jahrhunderts gegründet, ein genauer Zeitpunkt der Grundsteinlegung ist jedoch unbekannt. Es werden Vermutungen angestellt, wonach die Gründung der Kirche auf Bischof Hildegrim zurückgeht, der in der Region zu dieser Zeit ungefähr 30