Die Festungsanlage Ravelin 2 gehört zusammen mit dem etwas östlich gelegenen Kavalier V zum westlichen Festungsring von Magdeburg. Die gesamte Anlage war einst 3,5 Hektar groß. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte das Ravellin 2 Notunterkünfte für Menschen, die ihre Wohnungen bei der Zerstörung der Stadt verloren hatten. Der erhaltene und unter Denkmalschutz stehende Teil der Festung wird durch einen Sanierungsverein restauriert. Dadurch ist die Festungsanlage heute für Besucher zugänglich und wird auch für Veranstaltungen genutzt.

An der Spitze des Ravelin II befand sich eine zweigeschossige, erdbedeckte Saillantkaponniere und gegenüber ein ebenfalls erdbedecktes Blockhaus. Zur Doppelkaponniere hin, einst über eine Klappfallbrücke zu erreichen, befindet sich im Ravelin II das bogenförmige Kehlkasemattenkorps, das im Armierungsfall zur Mannschaftsunterkunft umfunktioniert werden sollte.

Der Hauptgraben wird am Ravelin II von der Doppelkaponniere gesperrt. Sie diente dazu gegebenenfalls in den Hauptgraben vorgedrungene feindliche Truppen im Bereich zwischen Kavalier IV bis VI mit Artillerie- und Infanteriebeschuss bekämpfen zu können. Die Kaponniere verfügte über ein Rauchabzugssystem, mit dem Dauerfeuer ermöglicht wurde. Die zwei im Bereich des Erdgeschosses verbundenen Teile der Kaponniere schützten darüber hinaus den Zugang vom Kavalier V zum vorgelagerten Ravelin II. Die Kaponniere ruht auf einem Sockel aus Bruchsteinen und ist im Übrigen aus Ziegeln gemauert. Ihre Fassade ist durch Schießscharten gegliedert. Zur Passage hin bestehen als Rundbögen ausgeführte Fenster. Für den Ernstfall war eine Verschlussmöglichkeit Fensterläden aus Stahlblech vorgesehen. Der Hauptgraben wird um die Kaponniere herumgeführt.

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