Das Luisendenkmal ist Königin Luise von Preußen gewidmet und befindet sich im Geschwister-Scholl-Park, einem Stadtpark im Stadtteil Alte Neustadt von Magdeburg. Auch bekannt unter dem Titel Luise Herzogin zu Mecklenburg war sie die Gemahlin von König Friedrich Wilhelms III. von Preußen. Sie wurde 1776 in Hannover geboren und starb im Jahr 1810 auf Schloss Hohenzieritz.

Das Denkmal für Königin Luise in Magdeburg wurde durch ein Bürgerkomitee initiiert, das 40.000 Mark für das Denkmal sammelte und für die Anfertigung des Marmor-Standbilds den Berliner Bildhauer Johannes Götz beauftragte. Am 18. Juni 1901 wurde das Denkmal im damaligen Luisengarten feierlich enthüllt. Im Februar 1963 wurde es vom Sockel gestoßen – nur der Kopf blieb erhalten und landete schließlich im Museum. Als „Ausdruck des Bürgersinns“ wurde mit Hilfe von Spendengeldern Magdeburger Unternehmer ein neues Königin-Luise-Denkmal geschaffen, am historischen Standort des Denkmals wieder errichtet und am 25. Juni  2009 eingeweiht.

Leben

Königin Luise von Preußen wird von Zeitgenossen als schön und anmutig beschrieben. Ihre ungezwungenen Umgangsformen in einem seiner Zeit erschienen eher bürgerlich als aristokratisch. Ihr Leben war eng verbunden mit den dramatischen Ereignissen im Kampf Preußens gegen Napoleon Bonaparte. Da sie früh starb, blieb sie auch in der Vorstellung der nachfolgenden Generationen jung und schön. Schon zu Lebzeiten wurde sie zum Gegenstand beinahe kultischer Verehrung. Nach ihrem Tod setzte sich diese Tendenz verstärkt fort. Sie wurde als Mutter Kaiser Wilhelms I. zum Symbol für den Wiederaufstieg Preußens und für die Entwicklung hin zum Deutschen Kaiserreich. So liegt ihre historische Bedeutung in der legendären Berühmtheit, die sie als Königin von Preußen tatsächlich hatte. Ansehen erwarb sich die Königin bei den Magdeburgern, als sie der Legende nach 1807 in Tilsit den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte um milde Friedensbedingungen für die Stadt bat.

Das Denkmal wurde 1899 vom Berliner Bildhauer Johannes Goetz gefertigt und 1901 im damaligen “Luisengarten” in Magdeburg aufgestellt. 1963 wurde die Statue als eine der letzten Bilderstürme der DDR aus ideologischen Gründen vom Sockel gestoßen und vier Jahre später zerstört. Ein Magdeburger Unternehmer konnte den Kopf der Statue retten.

Die Magdeburgische Gesellschaft von 1990 und die Otto-von-Guericke-Universität setzten sich für ein neues Königin-Luise-Denkmal ein und sammelten Spenden. Unter der Leitung von Prof. Bernd Göbel, emeritierter Professor der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, erschufen die drei Bildhauer und Brüder Christoph, Markus und Johannes Traub die originalgetreue Nachbildung. Anhand des Kopfes konnte die Größe der Statue rekonstruiert werden. Seit 2009 steht das Denkmal am ursprünglichen Ort im heutigen Geschwister-Scholl-Park.

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