Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) wurde 1993 gegründet und gehört zu den jüngsten Universitäten Deutschlands.

Die Wurzeln der nach Otto von Guericke benannten Universität liegen in den drei zuvor in der Stadt Magdeburg bestehenden Hochschuleinrichtungen aus Technische Universität, Pädagogische Hochschule und der Medizinischen Akademie Magdeburg. Mit neun Fakultäten und knapp 14.000 Studierenden bildet sie ein universitäres Zentrum der Lehre und Forschung in Sachsen-Anhalt.

Profil – Die OVGU versteht sich – gemäß des Gedankens der “Universitas” – als Profiluniversität, die in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie in der Medizin einen traditionellen Schwerpunkt hat, und in den Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften für eine moderne Universität in der Informationsgesellschaft unerlässliche Disziplinen sieht. Die Magdeburger Universität stellt den Anforderungen dieser Zeit und sieht sich als Brücke zwischen West- und Osteuropa durch umfassende Internationalisierung von Forschung und Lehre und trägt dabei immer zur kulturellen Annäherung bei.

Die Otto von Guericke Universität versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region. Sie versteht den kompetenten Umgang mit Diversität und kultureller Vielfalt als Bereicherung für das Hochschulleben und gesamtgemeinschaftliches Potenzial. Im Sinne der ökologischen Perspektive bekennt sich die OVGU zur Nachhaltigkeit.

Studium & Lehre

Die Lehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg orientiert sich an dem Ziel, Studierende zu kreativen und kritikfähigen Menschen auszubilden, sie mit Problemlösungskompetenz, Teamfähigkeit, interkulturellem Wissen und Verantwortungsbewusstsein auszustatten.

Die Aufgabe der Otto von Guericke Universität Magdeburg ist es, den Stand von Bildung und Wissenschaft durch Lehre und Forschung voranzutreiben. Der Namensgeber der Universität ist dabei allgegenwärtig und Leitbild das verpflichtet. Der Name Otto von Guericke steht für:

  • die Anwendung wissenschaftlicher Methoden,
  • das Streben nach Innovation und neuen Erkenntnissen und
  • die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung für heutige und künftige Generationen

Geschichte

Magdeburg schaut auf eine erst relativ kurze akademische Tradition zurück. Anders als bei anderen Universitätsstädten mit langer Geschichte stammen die ersten Hochschulgründungen aus der jungen DDR der 1950er Jahre. Die Otto-von-Guericke-Universität wurde 1993 aus der Technischen Universität Magdeburg, aus der Medizinischen Akademie Magdeburg und aus der Pädagogischen Hochschule Magdeburg gegründet.

Erste Hochschule in der Stadt war die 1953 aus der Taufe gehobene Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg. Da Magdeburg der wichtigste Standort für Schwermaschinenbau in der DDR war und unter einem akuten Mangel an Ingenieuren litt, lag es im staatlichen Interesse, durch akademische Ausbildung vor Ort diesem Mangel zu begegnen. Nach kurzer Zeit erfolgte 1961 die Umbenennung in Technische Hochschule Magdeburg, ehe sie 1987 zur Technischen Universität erklärt wurde.

Ähnlich wie an gut ausgebildeten Ingenieuren fehlte es in der frühen DDR an Ärzten, so dass neben den traditionellen universitären Studienorten Berlin, Halle, Jena, Leipzig, Greifswald und Rostock drei medizinische Akademien, neben Magdeburg waren dies Dresden und Erfurt, gegründet wurden. Zum Wintersemester 1954/55 öffnete somit die Medizinische Akademie Magdeburg (MAM) auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhaus Sudenburg erstmals ihre Pforten. Gründungsrektor der neuen Hochschule war der Pathologe Hasso Eßbach. Das Besondere daran war, dass sich das Studium zu diesem Zeitpunkt einzig auf den klinischen Abschnitt nach dem bestandenen Physikum reduzierte, die Studenten also allesamt bereits zwei Jahre erfolgreich an anderen Hochschulen studiert haben mussten. Zum Jahreswechsel 1960/1961 wurde auch der vorklinische Studienabschnitt bis zum Physikum etabliert.

Der dritte Ursprung der Otto-von-Guericke-Universität ist die als letzte gegründete Pädagogische Hochschule Magdeburg Erich Weinert, die dem Lehrermangel im damaligen Bezirk Magdeburg begegnen sollte.

Am 3. Oktober 1993 vereinigten sich die drei bisherigen Einrichtungen zur Otto-von-Guericke-Universität. Dem Umstand der drei zu Grunde liegenden Hochschulen verdankt die Magdeburger Universität ihre noch heute bestehenden zwei Campus: Universitätsklinik und Universitätsplatz (einschließlich der ehemaligen Pädagogischen Hochschule, heute die FHW).

Als Namensgeber wurde Otto von Guericke gewählt, der bereits Namenspatron der Technischen Universität war. Der Magdeburger wurde für seine bahnbrechenden Forschungen zu Luftdruck und Vakuum weit über die Grenzen Deutschlands berühmt. Die Universität sieht sich in der Tradition dieses Politikers, Juristen, Naturwissenschaftlers und Erfinders.

Am 28. August 1999 wurde die Sankt-Petri-Kirche zur katholischen Universitätskirche ernannt. Dies ist eine gewisse Besonderheit, da Magdeburg kein Studium der Theologie anbietet.

Im Jahr 2013 schlossen die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die TU Ilmenau einen Vertrag mit der Nationalen Technischen Forschungs-Universität Kasan über die Kooperation beim Aufbau eines German-Russian Institute of Advanced Technologies (GRIAT).

Studierende (Stand WS 2020/21)
13.563 Studierende ‣ 5.664
darunter 2.990 Studienanfänger:innen (1.Fachsemester)
Bachelor 6.058 | Master 5.238 | Medizinstudierende 1.528 | sonstige: 16
aus Sachsen-Anhalt 4.584 ‣ 1.727
internationale Studierende 3.569 ‣ 1.237
Studierende in der Regelstudienzeit 9.030
Studierende gesamt nach Fakultäten
Elektrotechnik und Informationstechnik 931 ‣ 234
Humanwissenschaften 3.018 ‣ 1.715
Informatik 1.750 ‣ 360
Maschinenbau 1.327 ‣ 223
Mathematik 404 ‣ 153
Medizin 1.607 ‣ 962
Naturwissenschaften 776 ‣ 521
Verfahrens- und Systemtechnik 1.309 ‣ 329
Wirtschaftswissenschaft 2.441 ‣ 1.167

Absolventen/-innen Studienjahr 2019/20
2.226 ‣ 992
darunter Humanmedizin 185 ‣ 108

Promotionen und Habilitationen Stand 2020
Abgeschlossene Promotionen 247 ‣ 98
Abgeschlossene Habilitationen 13 ‣ 5

Finanzen (in €)
Haushaltsbudget
Landesmittel ohne Medizin: 100,1 Mio. (2020)
Landesmittel Medizin: 53,3 Mio. (2020)
Drittmittel
verausgabte Drittmittel ohne Medizin: 34,7 Mio. (2020)
eingeworbene Drittmittel Medizin: 22,27 Mio. (2020)
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