Die St. Maria Kirche ist eine katholisch-römische Kirche im Magdeburger Stadtteil Ottersleben und bildet zusammen mit der Gemeinde St. Marien, in der Sankt Marien Kirche im Magdeburger Stadtteil Sudenburg, die Pfarrei St. Maria im Dekanat Magdeburg des Bistums Magdeburg. Die nach der heiligen Maria (Mutter Jesu) benannte Kirche in der Müllergasse steht unter Denkmalschutz und gehört zu den Kulturdenkmalen in Ottersleben.

Geschichte

Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. November 1893 durch den bischöflichen Kommissar Propst Kaspar Friedrich Brieden von Sankt Sebastian. Vorausgegangen war eine deutschlandweite, durch den in Ottersleben tätigen Geistlichen Wilhelm Diek initiierte Geldsammlung zur Errichtung der Kirche. Für den Bau der Kirche wurden Pläne Arnold Güldenpfennigs genutzt, nach denen bereits eine Kirche in Sangerhausen entstanden war. Der Ottersleber Missionsvikar Lorenz Wienand erbat jedoch eine Erhöhung des Kirchturms, die auch um die Höhe des Zifferblattes der Turmuhr erfolgte. Am 11. November 1894 folgte die Einweihung der Kirche durch Probst Brieden, damals Dechant des Dekanats Magdeburg. Erst am 7. Mai 1898 fand die feierliche Konsekration der Kirche statt.

1911 erfolgte die Installation der Turmuhr durch die Bernburger Firma Fuchs & Sohn. Im Zuge des Ersten Weltkrieges musste die Kirche die beiden großen Bronzeglocken (752,5 und 437 Kilogramm) sowie die Pfeifen des Orgelprospekts für Rüstungszwecke abgeben. Es verblieb nur eine kleine Glocke (317,5 Kilogramm), die jedoch später ebenfalls eingeschmolzen wurde.

1934 erhielt der Kirchturm die noch heute bestehende Turmhaube aus Kupfer. Zwei Jahre später erfolgten der Einbau einer Heizung und eine neue Ausmalung des Kircheninneren, auch wurden drei neue Glocken geweiht. Zwei dieser Glocken wurden jedoch bereits 1942 für Rüstungszwecke im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt.

1945 wurde die Kirche von drei Brandbomben getroffen. Zwei der Bomben blieben ohne Wirkung, eine dritte steckte jedoch im Turm. Einige Anwohner stiegen auf das Dach und löschten den Brand, sodass die Kirche den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt überstand.

In der Zeit der DDR kam es 1960 zu einer Neugestaltung des Innenraums. Auf die neogotischen Gestaltungselemente wurde nun verzichtet. 1962 wurde ein im 15. Jahrhundert geschnitzter Katharinenaltar, ursprünglich aus Gardelegen stammend, aufgestellt. In den Jahren 1969 und 1970 erfolgte eine Neueindeckung des Dachs mit Schiefer.

Im Frühjahr 1990 wurde das Turmkreuz während eines Sturms heruntergerissen, jedoch noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut. 1993 erfolgte eine erneute Renovierung des Innenraums.

Am 28. Oktober 2007 wurde der die beiden Kirchengemeinden Ottersleben und Sudenburg umfassende Gemeindeverbund Magdeburg-Süd errichtet, der im November 2010 zur heutigen Pfarrei St. Maria zusammengeführt wurde.

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